Vögel im Garten füttern: Welche Samen passen zu welchen Arten?
Es ist faszinierend, die Gartenvögel um ein Futterhaus herum wirbeln zu sehen. Um jedoch die vielfältigsten Arten anzulocken und ihnen eine angepasste Nahrung zu bieten, muss man wissen, welche Samen für welche Vögel geeignet sind. Eine falsche Auswahl kann die Besucher abschrecken, Futter verschwenden oder sogar der Gesundheit der wilden Vögel schaden. Dieser Leitfaden erklärt, welche Samen zu welcher Art passen, wie man Vögel je nach Saison füttert und welche Mischungen bevorzugt werden sollten, um das Vogelleben zu unterstützen, ohne die Ausbreitung von Krankheiten zu fördern.
| Vogelart | Bevorzugtes Futter | Empfohlenes Futterhaus |
|---|---|---|
| Meise (Blaumeise / Kohlmeise) | Schwarzer Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Talg, Mehlwürmer | Hängend oder in Drahtfutterspender |
| Haussperling | Weißer Hirse, Weizen, zerstoßener Mais, Hafer | Bodenplatte oder niedriges Futterhaus |
| Stieglitz | Niger, geschälte Sonnenblumenkerne, Distelsamen | Schmale, vertikale Futterspender |
| Rotkehlchen | Mehlwürmer, Haferflocken, kleine Früchte | Bodenplatte |
| Gartenlaubsänger / Buchfink | Gestreifte Sonnenblumenkerne, Gerste, Weizen, Hafer | Flaches Futterhaus |
| Grünfink | Schwarzer Sonnenblumenkerne, Saflor, zerstoßener Mais | Breites Futterhaus |
| Kleiber | Erdnüsse, Talg, Sonnenblumenkerne | Hängendes Futterhaus |
| Star | Mischung aus Samen, Insekten und Früchten, Talg | Breites Futterhaus |
| Goldammer | Weißer Hirse, Hafer, Gerste | Niedriges Futterhaus oder Bodenplatte |
Warum die Wahl der Samen die Anwesenheit von Vögeln beeinflusst
Jede Vogelart hat ein spezifisches Ernährungsverhalten und eine Schnabelform, die bestimmt, welche Samen sie aufnehmen kann. Eine Kohlmeise knackt leicht Sonnenblumenkerne, während ein Rotkehlchen eher Insekten oder frisches Obst bevorzugt. Der Haussperling hingegen frisst problemlos Hirse, Weizen oder zerstoßenen Mais.
Die Wahl angepasster Samen lockt nicht nur eine große Vielfalt an Arten an, sondern schützt auch ihre Gesundheit. Im Winter verbrauchen Vögel bis zu 30 % ihres Körpergewichts täglich, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Energiereiche Nahrung mit Fett, Eiweiß, Kohlenhydraten und Vitaminen ist dann lebenswichtig. Billige Mischungen aus Supermärkten enthalten oft zu viel Weizen oder Gerste, sind wenig nahrhaft für kleine Arten und enthalten manchmal gesalzene oder geröstete Samen, die ungeeignet sind.
Die Auswahl von Gartensamen sollte daher nach drei Kriterien erfolgen: 1. Nährwert (Energie, Fett, Proteine, Mineralien) 2. Zugänglichkeit (Größe und Härte passend zur Schnabelform) 3. Jahreszeit (Winter, Brutzeit, Zugzeit)
Die besten Samen, um Gartenvögel anzulocken
Jede Samensorte zieht verschiedene Arten an. Durch die Kombination mehrerer Sorten lässt sich ein ausgewogenes Futterangebot schaffen, das die Bedürfnisse einer großen Anzahl von Vögeln über das ganze Jahr hinweg abdeckt.
Sonnenblumenkerne: Nahrhaft und bei allen Arten beliebt
Sonnenblumenkerne für Vögel
Hoher Energiegehalt, ideal für Meisen und Grünfinken.
Sonnenblumenkerne: Energiegeladen und bei Gartenvögeln beliebt
Die schwarzen Sonnenblumenkerne sind wohl die beste Nahrung für Gartenvögel. Sie sind reich an Fett (fast 40 %) und Eiweiß und bieten in kalten Perioden eine hervorragende Energiequelle. Die gestreiften Sonnenblumenkerne, härter, eignen sich besonders für Arten mit starkem Schnabel, wie Kernbeißer, Buchfink oder Grünfink.
Angezogene Arten: Meisen, Kleiber, Finken, Grünfinken, Spatzen, Stieglitze.
Ideale Jahreszeit: Herbst und Winter.
Empfohlenes Produkt: Sonnenblumenköpfe schwarz von Moreau Millet, praktisch und sehr fettreich.
Vorteil: Hohe Attraktivität, nährstoffreich und gut verdaulich.
Achtung: Die Schalen am Boden können verschmutzen und Katzen oder Nagetiere anlocken. Daher ist ein hängendes Futterhaus oder ein vertikales Tablett sinnvoll.
Hirse: Beliebt bei Spatzen und Bodenfressern
Gelbe Hirse für Vögel
Feines und leicht verdauliches Saatgut, perfekt für Spatzen und Ammern.
Hirse: Kleine Samen für Spatzen und Bodenfresser
Die Hirsesamen sind klein, leicht zu fressen und sehr beliebt bei Spatzen und Sperlingen. Weiße Hirse eignet sich besser als rote Hirse, die oft verschmäht wird. Sie liefert Kohlenhydrate und etwas Eiweiß – ideal für kleine Vögel.
Angezogene Arten: Spatzen, Tauben, Feldsperlinge, Stare.
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig, besonders im Frühling.
Empfohlene Produkte: Gelbe Hirse Moreau Millet oder rote Hirse Moreau Millet, um Abwechslung im Futter zu bieten.
Praktischer Tipp: Hirse eignet sich gut für selbstgemachte Mischungen aus Weizen, Sonnenblumen und Hafer oder für Futter-Mischungen mit Samen, Insekten und Früchten von Moreau Millet, ideal zur Abwechslung der Ernährung.
Niger-Samen: Fein und beliebt bei Stieglitzen und Finken
Die Niger-Samen (auch Distelsamen) sind winzig, aber reich an Fett und Vitaminen. Sie locken Stieglitze an, die an ihrem roten Kopf leicht zu erkennen sind und feine Samen lieben.
Angezogene Arten: Stieglitze, Bergfinken, Erlenzeisige.
Ideale Jahreszeit: Ganzjährig.
Vorteil: Hervorragend für kleine Körnerfresser.
Nachteil: Spezielle Futterspender mit kleinen Öffnungen nötig, um Verschwendung zu vermeiden.
Ungesalzene Erdnüsse: Energiequelle im Winter
Die Erdnüsse (Arachis) sind sehr fettreich und proteinreich. Sie eignen sich hervorragend als Winterfutter für Vögel, sofern sie ungesalzen und nicht geröstet sind.
Angezogene Arten: Blaumeisen, Kohlmeisen, Kleiber, Buntspechte.
Ideale Jahreszeit: Winter und Brutzeit.
Empfohlenes Produkt: Ungesalzene Erdnüsse Moreau Millet, ideal für Gartenvögel.
Vorsicht: Immer in Futterspendern mit Gitter einsetzen, damit kein Vogel ein zu großes Stück verschluckt.
Welches Samenmischung für alle Gartenvögel wählen?
Die Samenmischungen für Gartenvögel bieten ein ausgewogenes Verhältnis von fetten Samen, Getreide und getrockneten Früchten. Sie sichern eine vollständige Ernährung und vereinfachen die Fütterung.
Empfohlene Produkte:
- Samenmischung Moreau Millet (Hirse, Weizen, Sonnenblumen)
- Mischung aus Samen und Insekten Moreau Millet (Hirse, Weizen, Sonnenblumen, getrocknete Insekten)
- Mischung aus Samen, Insekten und Früchten Moreau Millet (reichhaltig und vielfältig, ideal für die Brutzeit)
Diese Mischungen imitieren die natürliche Ernährung der wilden Vögel in Europa. Sie enthalten Vitamine, tierisches Protein (über Insekten) und Mineralien aus Früchten.
Praktischer Tipp: Verteilen Sie das Futter auf mehrere Futterstellen, um die Übertragung von Krankheiten zwischen den Vögeln zu minimieren.
Fettfutter und Ergänzungen für den Winter
Im Winter sind Fettkugeln und Suetblöcke schnelle Energiequellen gegen die Kälte. Außerdem können einige Mehlwürmer oder frische Früchte (Rosinen, getrocknete Beeren) für Abwechslung sorgen.
Praktischer Tipp: Fettfutter trocken und windgeschützt aufstellen, um Verderb zu vermeiden. In warmen Perioden Fettmenge reduzieren, um Fermentation und unerwünschte Insekten zu vermeiden.
Vögel füttern, ohne sie zu gefährden
Das Füttern von Vögeln erfordert Sorgfalt: Ein schlecht platzierter oder verschmutzter Futterplatz fördert Krankheiten und Prädation. Einige einfache Maßnahmen sichern ein sicheres Futter und einen gesunden Aufenthaltsort.
Futterstelle sauber halten: Schlüssel zur Krankheitsvermeidung
Eine verschmutzte Futterstelle kann ein Infektionsherd werden. Um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, sollten Tabletts, Tränken und Spender regelmäßig mit lauwarmem Wasser und etwas weißem Essig gereinigt werden.
Vermeiden Sie feuchte Samen, die schnell schimmeln. Schwarze Sonnenblumenkerne oder Maisgrieß sollten trocken bleiben, um ihre Nährwerte zu erhalten.
Gartenvögel vor Katzen und anderen Fressfeinden schützen
Die Futterstelle mindestens 1,5 m über dem Boden und abseits von Büschen aufstellen, um die Prädation durch Katzen zu reduzieren. Fenster oder Balkone eignen sich als Beobachtungsposten, sofern das Futter hoch platziert ist.
Praktischer Tipp: Eine kleine Tränke oder Schale mit frischem Wasser (alle zwei Tage wechseln) bereitstellen. Im Winter morgens das Eis aufbrechen, damit die Vögel trinken können.
Futter an die Jahreszeiten anpassen
Im Winter liegt der Fokus auf energiehaltigen Samen (Sonnenblumen, Erdnüsse, Suet). Im Frühling steigt der Proteinbedarf durch die Brutzeit, daher sind Mehlwürmer und Mischungen mit Insekten besonders geeignet. Im Sommer finden die Vögel den Großteil ihrer Nahrung in der Natur (Insekten, Beeren, Wildsamen), zusätzliche Fütterung unterstützt vor allem Jungvögel. Im Herbst bereiten Vorräte wie Hirse, Maisgrieß und fettreiche Samen (schwarze Sonnenblumen, Saflor) die Vögel auf den Winter vor.
Ein sicheres Refugium für Gartenvögel schaffen
Das Füttern von Vögeln beschränkt sich nicht nur auf Samen. Auch das Umfeld ist wichtig für Schutz und Wohlbefinden:
- Hecken mit Beeren (Weißdorn, Holunder, Vogelbeere) für Schutz und Früchte pflanzen
- Auf chemische Mittel im Garten verzichten, um die Nahrung der Insekten nicht zu belasten
- Mehrere Futterstellen verteilen, um Konkurrenz zu reduzieren
- Freie Bodenflächen für granivore Vögel wie Spatzen und Feldsperlinge vorsehen
Ein geeignetes Umfeld ermöglicht es, das Leben der Vögel aus der Nähe zu beobachten und gleichzeitig die lokale Biodiversität zu fördern.
